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PORZI LANGENTHAL
TRANSFORMATIONSPROZESS

Auslöser

Die übergeordneten Planungen des Kantons und der Gemeinde wollen Langenthal als Zentrum ausserhalb der Agglomerationen grosser Städte stärken. In diesem Zusammenhang steht auch die Absicht auf dem Areal der ehemaligen Porzellanfabrik in Langenthal Süd ein Subzentrum zu bilden. Für das geplante Subzentrum haben Stadt und Kanton Massnahmen formuliert: Ziele sind die innere Verdichtung und die Aufwertung des Porzi-Areals zu einem urbanen und lebendigen Zentrum um den Bahnhof Langenthal Süd.

Unter dem Anstoss der Ducksch&Anliker Gruppe, als neue Besitzerin des Arealkerns, lanciert die Stadt Langenthal nun ein Testplanungsverfahren, um die Entwicklungsmöglichkeiten zu evaluieren.



Arealgeschichte

Das Porzi-Areal ist historisches Zentrum der Industrie Süd Langenthals und wichtiger Identitätsträger für die Stadt. Nach der Gründung 1906 wurde die Produktionsstätte in Langenthal durch Hector Egger errichtet und 1908 mit der Produktion begonnen. Der Erfolg der Porzellan Langenthal beruhte auf dem Ausbau der Elektrotechnik in der Schweiz und dem Bedarf an technischem Porzellan. Zudem konnte man sich mit immer neuen Verfahren innovativ gegen die ausländische Konkurrenz behaupten. Die Qualität der Porzellanwaren war weltweit bekannt.

Im Laufe der Jahre entstanden immer wieder neue Gebäude und die städtebauliche Klarheit des Areals ging verloren. Seit dem Produktionsende in den 1990er Jahren der Porzellan Langenthal und dem Verkauf des Areals sind keine Instandsetzungsarbeiten im grösseren Rahmen mehr getätigt worden. In der Folge zeigen sich zahlreiche Bauten in schlechtem Zustand. Die wichtigsten Gebäude sind die Ofenhalle und die Direktorenvilla. Beide stehen heute unter Denkmalschutz.

Seit einigen Jahren wird eine Brachenbewirtschaftung betrieben und verschiedene Nutzungen aus dem Handwerk und der kreativ Wirtschaft füllen Nischen in den Gebäuden aus. Klein- und Kleinstbetriebe, wie auch Private und Vereine prägen das Gesicht des heutigen Areals. Zudem haben sich einige namhafte Angebote im Bereich Verkauf und Tanz etabliert.



Vision

In Zukunft soll auf dem Porzi-Areal ein urbanes Zentrum entstehen, welches das Quartierleben in Langenthal Süd bereichert und auch zur Gesamtstadtentwicklung beiträgt. Die Vernetzung mit dem Zentrum und den umliegenden Quartieren soll verbessert werden, so dass die Erschliessung bequem zu Fuss, mit dem Bus oder dem Fahrrad erfolgt.

Auf dem heutigen Fabrikgelände soll ein guter Nutzungsmix aus Wohnen, Arbeiten und Verkauf entstehen. Dabei will man die aktuellen Zwischennutzer zusammen mit neuen Nutzern integrativ ansiedeln. Die dazu notwendigen baulichen Veränderungen folgen einer nachhaltigen Entwicklung und stellen einen Mix aus Erhalt und Neuem dar. Das verdichtete Areal lebt letztlich in seiner Diversität und seinen öffentlichen Räumen.



Prozess

Für die Zukunft des Areals wird ein Testplanungsverfahren lanciert. Daran nimmt eine ausgewiesene Gruppe von Experten aus den Fachbereichen Städtebau und Freiraum, Verkehr und Immobilienökonomie teil. Vertreter der Stadt und des Kantons, sowie der wichtigsten Grundeigentümer sind ebenso involviert. Es finden vier Expertenworkshops bis zum Sommer 2018 statt, wobei ein iteratives Verfahren in der Erarbeitung der unterschiedlichen, disziplinären Inhalte gewählt wurde.

Um konkrete Aussagen zur Umsetzung machen zu können, werden zudem Themen der Etappierung und Wirtschaftlichkeit, sowie der rechtlichen Festsetzung erarbeitet.

Der Transformationsprozess ist im offenen Austausch mit den heutigen Nutzern und der Bevölkerung angedacht.



Team

Fachbereich Städtebau, Freiraum, Nachhaltigkeit (Federführung Planergemeinschaft):

UC'NA Architekten ETH SIA BSA
Heinrichstrasse 267
8005 Zürich

Ducksch&Anliker Architekten AG
Jurastrasse 18
4900 Langenthal


Subplaner Fachbereich Nutzung und Markt:

Blauhut AG
Heinrichstrasse 267
8005 Zürich


Subplaner Fachbereich Verkehr:

Kontextplan AG
Käfiggässchen 10
3011 Bern



Kontakt

Planergemeinschaft Porzi Langenthal
c/o UC'NA Architekten ETH SIA BSA
Heinrichstrasse 267 . 8005 Zürich
+41 44 254 53 53 . mail@ucna.net
Ein Transformationsprozess der ABG baugroup AG, Langenthal